"Tatort"-Drehorte in Freiburg
GEWERBEGEBIET HAID<br><br>Das Zentrum eines jeden „Tatort“ ist das Kommissariat. Im ehemaligen Praktiker-Gebäude im Gewerbegebiet Haid hatte das Drehteam die Büros der Ermittler aufgebaut. „Anfang August kam die Anfrage, danach besichtigten Mitarbeiter von Ziegler-Film die Location“, berichtet Siegfried Kaspar, der das seit Ende 2013 leer stehende Gebäude verwaltet. Nach acht Tagen Bedenkzeit war klar: Wo einst der Baumarkt Praktiker Paneele und Parkett zum Verkauf anbot, würde Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) ihren ersten Fall lösen. „Leider habe ich da wenig von mitbekommen, ich habe meine Kanzlei in der Hildastraße“, so Kaspar. Praktischerweise wurde auch dort mehrere Tage lang gedreht (siehe Tatort 12), so dass er zumindest mal einen Blick auf Schauspieler und Drehteam erhaschen konnte. Kaspar hofft, dass es aus Freiburg einen zweiten Teil geben wird. „Für die Stadt wäre es wünschenswert, zumal die Fernsehreihe auch immer Publikum anzieht.“ Ob dann allerdings das Gebäude im Gewerbegebiet erneut als Kommissariat zur Verfügung stehen wird, ist ungewiss. „Dort soll ja ein neuer Obi entstehen – da muss sich das Drehteam schon beeilen.“ Den Kommissariatschef Volker Gaus spielt übrigens ein Freiburger: Schauspieler Holger Kunkel steht seit 2012 regelmäßig im Theater Freiburg auf der Bühne. In „Fünf Minuten Himmel“ – so der Arbeitstitel – hat er durchaus eine größere Rolle, an zehn von 24 Drehtagen hatte er zu tun. Kunkel bringt übrigens schon „Tatort“-Erfahrung mit: Der 50-Jährige war zuletzt mehrfach beim Stuttgarter Ermittler-Team (Richy Müller und Felix Klare) als Oberstaatsanwalt dabei. Logischerweise war der Praktiker-Baumarkt Kunkels Hauptdrehort, dennoch spiele er keinen Chef, der ausschließlich im Büro hocke. media.badische-zeitung.de
FRANZ-LISZT-STRASSE <br><br>Es gibt einen Satz von Heike Makatsch, der den Freiburger „Tatort“-Fans wohl lange in Erinnerung bleiben wird: „Herdern sieht aus wie Bullerbü.“ Andreas Leonhardt kann darüber nur schmunzeln. „Nun ja, das trifft mit den bunten Holzfassaden sicher auf unsere Straße zu, aber nicht auf den Rest von Herdern.“ Das Haus der Familie an der Franz-Liszt-Straße nahm das Drehteam fünf Tage lang in Beschlag. „Wir hatten nur das Schlafzimmer für uns“, berichtet Leonhardt. Am 7. September sei die Filmcrew angerückt und hätte einen Tag lang alles hergerichtet, Bücher eingeräumt und einen abmontierten Fensterladen dekorativ zwischen die Rosen im Vorgarten gebettet. „Die haben alles weniger hübsch gemacht“, so Leonhardt. Im „Tatort“ lebt in dem Haus die demenzkranke Mutter von Kommissarin Berlinger, gespielt von Angela Winkler. „Im Film hat sie einen Golden Retriever – wie wir auch“, so Leonhardt. Das habe hin und wieder für Verwirrung gesorgt. „’Ist das eurer oder unserer?’ – wurde ich gefragt.“ Frau und Hund hätten während der Dreharbeiten das Weite gesucht, er selbst war tagsüber arbeiten. „Wenn ich abends heim kam, wurde noch oft gedreht, da musste ich immer ganz still sein“, sagt Leonhardt, der bekennt: „Ich gucke nie ’Tatort’, ne, das will ich nicht sehen.“ Den Freiburger aber schon. „Das wird lustig, wenn wir auf der Couch sitzen und die Couch dann im Fernsehen sehen werden.“ youtu.be 20150924: Sie ist der neue Tatort-Star: Als Kommissarin Ellen Berlinger ermittelt Heike Makatsch in Freiburg. In einer Drehpause sprach die Schauspielerin nu...
WENTZINGER STRASSE<br><br>Freiburg weist die höchste Kriminalitätsrate in Baden-Württemberg auf. Gefährliches Pflaster in der Realität und nun auch Schauplatz des „Tatort“-Specials sind die Stadtbahnbrücke und der Stühlinger Kirchplatz. Hier wurde eine Szene mit Emilia Bernsdorf gedreht, die im „Tatort“ die Tochter von Heike Makatsch spielt. media.badische-zeitung.de
LEHENER STRASSE<br><br>Fahraufnahmen<br>
ESCHHOLZSTRASSE<br><br>Fahraufnahmen<br>
HABSBURGER STRASSE<br><br>Fahraufnahmen<br>
GANTER-BRAUEREI<br><br>„Nehmt, was ihr braucht, ich bin dann mal weg“ – mit diesen Worten hat Britt Schilling dem Drehteam den Schlüssel zu ihrem Fotostudio auf dem Areal der Ganter-Brauerei überlassen. Für eine Sexszene. „Ach, ich war da ganz entspannt, die sind mit Vorhängen und einem Bett angerückt“, erzählt die Fotografin. In Schillings Studio wurde das Zimmer des „Tatort“-Charakters Harriet Wiesler (Anna-Lena Klenke) nachgebaut. „Die haben eh bei Ganter gedreht, und mein Studio bedeutete für das Team einen geringen Aufwand“, so Schilling. „Ich selbst hab’ aber vorher aufgeräumt.“ Vom Dreh selbst habe sie nichts mitbekommen. „Bei der Szene wollte ich auch nicht so danebenstehen.“ Nach einem halben Tag war der Dreh beendet. „Und das Team hat alles tipptopp hinterlassen.“
POLIZEIREVIER FREIBURG-SÜD<br><br>Im Zellentrakt des Polizeireviers Freiburg-Süd hat das „Tatort“-Team einen halben Tag lang gedreht. Am 14. September rückte es vormittags mit dem großen Truck an. Von den Kameras abgeschossen wurde der lange, gefließte Flur, nicht aber die Ausnüchterungszellen – „die waren zu dem Zeitpunkt aber leer“, versichert Polizeisprecherin Laura Riske. „Drei Kollegen waren zudem als Komparsen dabei.“ So wie fast an jedem Drehtag. „Das war natürlich spannend zu erleben und für die Polizei Freiburg eine schöne Gelegenheit bei so etwas mitzuwirken“, so Riske. Vom Polizeirevier an der Heinrich-von-Stefan-Straße wurden auch Außenaufnahmen gemacht. „Da wurden wir vorab informiert – damit keiner von uns auf die Idee kommt, dass wir womöglich ausgespäht werden.“
BISMARCKALLEE <br><br>Immer wieder kamen Mitarbeiter der Produktionsfirma in das ehemalige Gebäude der Commerzbank in der Bismarckallee, um Räume, die die Volksbank angemietet hat, zu besichtigen. Einmal war auch der Drehbuchautor höchstpersönlich dabei. Sollte es das sein? Der Tatort für den „Tatort“? Kulisse für das Jobcenter, in dem die Leiche eines Mitarbeiters entdeckt wird? „Es war schon schön, als die Entscheidung auf uns fiel“, sagt Sven Rosenberg, der für die Volksbank das Projekt koordiniert hat. Vom 14. bis 25. September war das Filmteam vor Ort, effektiv gedreht wurde aber nur an drei Tagen. „Der Rest entfiel auf den Auf- und Abbau“, so Rosenberg, der bekennender Fan der „Tatorte“ aus dem Norden Deutschlands ist. „Nun bin ich gespannt, was am Schluss beim Freiburger ‘Tatort’ herauskommt.“ media.badische-zeitung.de
HARRIET-STRAUB-STRASSE<br><br>„Es war alles sehr professionell und weniger spektakulär als gedacht“, erzählt Beate Kötzle. Sie und ihre Familie haben dem Drehteam am 15. September ihr Wohnzimmer und die Dachterrasse in der Harriet-Straub-Straße in Vauban zur Verfügung gestellt. Erstaunt habe sie, wie viel Leerlauf so ein Dreh mit sich bringe. „Noch mehr überrascht hat uns allerdings, wie viele Personen involviert sind – es waren insgesamt bestimmt 30.“ Auch die Anzahl der angerückten Fahrzeuge sei beeindruckend gewesen. Kötzle gibt zu, beim Dreh ein bisschen Mäuschen gespielt zu haben. Allzu viel habe sie aber nicht mitbekommen. „Ich bin ganz normal arbeiten gegangen.“ Gedreht wurde eine Szene mit Kommissarin Berlinger und der Familie des Opfers. Extra aufgeräumt hat Kötzle nicht. „Ich hab’ alles gelassen, wie es war.“
GREEN-CITY-HOTEL <br><br>Kommissarin Berlinger ist nach langer Zeit als verdeckte Ermittlerin zurück in Freiburg. „Im Film wohnt sie offenbar bei uns“, sagt Johannes Staub, Manager des Green-City-Hotels in Vauban. Am 16. September besetzte das Drehteam mit Equipment- und Cateringwagen den Paula-Modersohn-Platz. „Da war den ganzen Tag ganz schön was los“, berichtet Staub. Zumal nebenher noch das normale Tagesgeschäft bewältigt werden musste. Das „Tatort“-Team habe mit Heike Makatsch in der Suite gedreht. Vom Hotelpersonal selbst war niemand als Komparse dabei. Neben der Zimmer-Szene wurde auch vor dem Hotel eine An- und Abfahrtsszene gedreht. „In dem ganzen Tohuwabohu haben wir gar keine Fotos gemacht“, so Staub. Aber immerhin gab’s für das Hotel ein Autogramm von Heike Makatsch.
RENNERSTRASSE<br><br>André Benndorff hatte beim Dreh einen der kürzesten Arbeitswege. Seit 2008 ist er Ensemblemitglied am Freiburger Theater. In „Fünf Minuten Himmel“ spielt er einen verwahrlosten Mieter, der sich trotz Kündigung weigert, aus seiner Wohnung auszuziehen. Das Opfer, ein Mitarbeiter des Jobcenters, war für Zwangsräumungen seiner Kunden verantwortlich – was Benndorffs Figur Kurani kurzzeitig in Verdacht bringt. Wie häufig beim Film setzt sich ein Schauplatz aus mehreren realen Orten zusammen. Im Freiburger „Tatort“ bilden drei verschiedene Plätze in der Stadt das Haus, in dem sich Kuranis Wohnung befindet: Die Innenaufnahmen wurden in der Rennerstraße 20/22 im Stadtteil Stühlinger gedreht. Drei Drehtage hatte der 42-jährige Benndorff, die meiste Zeit stand er mit Heike Makatsch vor der Kamera. Der Schauspieler kommt regelrecht ins Schwärmen: Die Dreharbeiten seien „wirklich sehr schön“, die Zusammenarbeit mit Regisseurin Katrin Gebbe „toll“ und das gesamte Team „außergewöhnlich“ gewesen. Viel über den Dreh in der Wohnung in der Rennerstraße war nicht zu erfahren. Was wir wissen: Der Drehort wurde unter Wasser gesetzt. media.badische-zeitung.de
ADLERSTRASSE <br><br>Der Keller der Wohnung von André Benndorffs Figur Kurani (einer der Verdächigen) befindet sich in Wirklichkeit in der Adlerstraße 9 im Quartier Im Grün nahe des Grether-Geländes. Es ist übrigens nicht Benndorffs erstes „Tatort“-Engagement: In einer früheren Bodensee-Folge spielte der bekennende „Tatort“-Fan einen Zollbeamten, der um die Ecke gebracht wird, als er die Machenschaften korrupter Kollegen aufdeckt. Seine Rolle im Freiburger „Tatort“ ist größer angelegt – anspruchsvoller und auffälliger als die Figur, die er 2011 in der Bodensee-Folge spielte. Einfach „sehr schräg“, findet Benndorff. media.badische-zeitung.de
HILDASTRASSE <br><br>Außenaufnahmen der Messie-Wohnung, in der André Benndorffs Figur Kurani (einer der Verdächtigen) haust. Ute Störtzer wohnt im zweiten Stock von Haus Nummer 52, das so ziemlich das einzige Haus aus der Zeit um 1900 in der Hildastraße ohne renovierte Fassade ist. Wohl seines „maroden Charmes“ wegen sei es von den Filmemachern ausgesucht worden, glaubt Störtzer. Zwei Tage lang sei von frühmorgens bis abends, ein Mal bis 23 Uhr, gedreht worden. Das Haus verlassen mussten die Bewohner für die Dauer der Dreharbeiten nicht, nur an den Fenstern – so die Vorgabe der Filmleute – durften sie sich nicht aufhalten. Gedreht wurde überwiegend vor dem Haus, im Treppenhaus und spontan auch im Flur von Ute Störtzers Wohnung. Einmal, erzählt sie, habe sie aus Versehen dafür gesorgt, dass eine Szene noch ein Mal gedreht werden musste: Störtzer hatte sich ins obere Geschoss ihrer Wohnung zurückgezogen, als sie unten in der Wohnung ein „Hallo“ hörte. Wie sich’s gehört, grüßte sie zurück – und hatte damit den Dreh gesprengt. Denn das „Hallo“ kam von Heike Makatsch und war Teil der Szene mit ihr als Kommissarin. Ute Störtzer war überrascht über die vielen „Tatort“-Fans, die beim Drehen zugeschaut haben, ganze Fahrradkolonnen seien vorbeigekommen. Nun ist sie gespannt auf das Ergebnis. Erstaunt war sie über den immensen Aufwand, der für wenige Minuten Film betrieben werde. „Das war verdammt viel Arbeit für die kurze Zeit – Respekt, auch für die wartenden Komparsen.“ media.badische-zeitung.de
ROTTECK-GYMNASIUM <br><br>Mitten in den Ferien mussten sie am Rotteck ran: 30 Jungen und Mädchen aus Freiburg und Umgebung, darunter Mitglieder des SC-Jugendfanclubs „19|04 statt 08/15“, spielten am 11. September Schüler, die gerade Pause machen. „An dem Tag fand auch das Begrüßungsfrühstück für neue Lehrer statt“, berichtet Rotteck-Schulleiter Eberhard Fugmann. Daher habe er einen Blick auf die gut 100 Meter lange Lkw-Schlange werfen können, mit der das Drehteam angerückt war. „Das erinnerte doch sehr an einen Zirkus auf Wanderschaft“, so Fugmann. Für die Szene auf dem Pausenhof hätten alle Pflanzen entfernt werden müssen. „Vielleicht damit es cooler aussieht?“, mutmaßt der Schulleiter. Gedreht wurde auch im Fahrradkeller. Er selbst habe Heike Makatsch zwar nicht zu Gesicht bekommen, aber das Team der Talkreihe „Nachgefragt“ hätte sich die Schauspielerin gleich geschnappt und für die Schülershow geworben. Ob’s was wird? „Wir werden sehen“, so Fugmann
DIE HANDLUNG<br><br>Nach Jahren als verdeckte Ermittlerin kehrt Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) nach Freiburg zurück. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist zerrüttet, ihre 15-jährige Tochter hatte sie einst zurückgelassen. Berlinger ist der Typ einsamer Wolf, hinter ihr und ihr zur Seite steht ihr Chef Volker Gaus (Holger Kunkel). Ihr erster Fall: Ein Mitarbeiter des Jobcenters wird tot am Schreibtisch gefunden, erdrosselt mit Kabelbinder. Mord aus Rache oder Eifersucht? BZ
WISSENSWERTES<br><br>Drehbeginn für das „Tatort“-Special war der 8. September. Erster Drehort war die Franz-Liszt-Straße in Herdern (siehe Punkt 2). Insgesamt wurde 24 Tage lang in Freiburg gedreht. Die letzte Klappe fiel am 8. Oktober. 25 Schauspieler waren an dem Freiburger „Tatort“-Dreh beteiligt sowie 150 Komparsen. Voraussichtlich wird das „Tatort“-Special am Ostermontag, 28. März 2016, ausgestrahlt.

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