Foto: Greenpeace ................................................................................ An die sieben Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in den Weltmeeren. Dieser Müll gelangt beispielsweise über Abwasser von Waschmaschinen, durch weggeworfene Gegenstände am Strand und von Schiffen oder durch verlorene Netze von Fischerbooten in das Wasser. Die Plastikteilchen, oft kleingemahlen, sammeln sich an bestimmten Stellen in den Ozeanen. Dort befinden sich Strömungen, die den Müll in sich aufnehmen und herumwirbeln. Bereits gut erforscht sind die Müllstrudel im Nordatlantik und Nordpazifik. dl.dropboxusercontent.com
Der meiste Plastikabfall treibt übrigens nicht an der Meeresoberfläche, sondern wenige Meter unterhalb. Manchmal ist er schon so zerfallen, aber nicht abgebaut, dass man ihn mit bloßem Auge kaum sehen kann. Da sich diese Wirbel in internationalen Gewässern befinden, will keine Regierung die Verantwortung übernehmen. Wie viel Plastik sich tatsächlich in unseren Meeren befindet, darüber gehen die Schätzungen auseinander. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) kommen auf jeden Quadratkilometer Wasseroberfläche bis zu 18.000 Plastikteile.
Wissenschaftler der Universität Hawaii und der Wood Hole Oceanographic Institution entdeckten diesen zweiten Müllstrudel 2010 im Nordatlantik. Die Größe des Müllteppichs soll ca. 110.000 Quadratkilometer betragen. Dies entspricht der Fläche Kubas.
Foto: dpa ................................................................................ Auch große, nicht-zersetzte Kunststoffteile stören eine gesunde Umwelt. Schildkröten verwechseln beispielsweise Mülltüten mit Quallen, einen Bestandteil ihrer Nahrung. Da das Sättigungsgefühlt gestillt ist, verenden sie wie viele andere Meeresbewohner mit vollem Magen. Teilweise enthält Kunststoff giftige Zusatzstoffe. Im Wasser können diese freigesetzt werden. dl.dropboxusercontent.com
Foto: dpa ................................................................................ Kunststoffe sind biologisch nicht abbaubar. Unter UV-Einstrahlung zerfallen sie in kleine Partikel. Solche Kunststoffpartikel ziehen besonders stark Schadstoffe wie krebserregende Weichmacher, Pestizide oder Mineralölerzeugnisse an. Meeresbewohner können die Plastikteilchen nicht von ihrer eigentlichen Nahrung, beispielsweise Plankton, unterscheiden. Filtern die Tiere die Partikel aus dem Wasser, reichern sich die Chemikalien mit der Zeit in den Organen und im Gewebe der Lebewesen an. Landet solch ein verseuchter Fisch auf unserem Teller, sind die Schadstoffe in der Nahrungskette des Menschen angelangt. dl.dropboxusercontent.com
Den ersten Müllstrudel entdeckte der US-Forscher Charles Moore 1997 im Nordpazifik. Er erlangte Bekanntheit als „Great Pacific Garbage Patch“ (Großer pazifischer Müllfleck). Inzwischen vermuten Wissenschaftler einen östlichen und westlichen Müllstrudel. Auch bei der konkreten Größe gibt es keine eindeutige Meinung. So schätzen Experten das Gewicht des gesamten Plastiks innerhalb dieses Meeresabschnitts auf eine bis hundert Millionen Tonnen. Insgesamt soll der der Müllteppich doppelt so groß sein wie der US-Bundesstaat Texas.

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