Im Lauf der Geschichte hat der Turm unterschiedliche Nutzungen erlebt: In ihm kann man zum Beispiel noch immer die ehemaligen Gefängniszelle betrachten. Daher heißt der Turm auch Schuldturm. In den 1960er Jahren hatte die Stadt Illertissen in dem Zwiebeldach des Turmes einen ihrer Wasserspeicher angelegt. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Stadtarchiv Illertissen ...................................................... Der älteste Teil des Vöhlinschloss ist der Turm. Ursprünglich befand sich dort ein Wachturm aus der Römerzeit. Diesen nahmen die Grafen von Aicham als Ausgangspunkt, um im 12. Jahrhundert eine Wehrburg zu bauen. Das Dach sowie die Form des Turmes haben sich im Lauf der Zeit gewandelt. Vor der heutigen Zwiebelkuppel hatte der Turm ein einfaches Zeltdach und war nicht achteckig, sondern quadratisch. Die Postkarte zeigt das Schloss um 1911. dl.dropboxusercontent.com
Jahrzehntelang war nicht bekannt, wo sich der Brunnen der Schlossanlage befunden hatte. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2000 gruben Bauarbeiter den 25 Meter tiefen und zwei Meter breiten Schacht schließlich aus, und schütteten ihn dann zu. Deswegen ist von den Überresten heute nichts mehr zu sehen. Passend zur heutigen Nutzung lag das Brunnenloch neben dem Kaffeeautomaten und in der Nähe des Kiosks; am Durchgang zu den Toiletten. dl.dropboxusercontent.com
Der Dachboden des Vöhlinsschlosses besteht aus vier Etagen. Bei starken Stürmen müssen die aktuellen Schlossherren aufpassen, dass der Wind kein Fenster eindrückt. Der Luftzug würde das Dach abdecken. So geschehen durch Orkan „Wiebke“ im Jahr 1990, als ein Viertel der Ziegel hinabfielen. dl.dropboxusercontent.com
Um Leitungen zu verlegen, gruben Bauarbeiter im Jahr 2000 den kompletten Innenhof um. Sie hoben auch die Türschwelle zur Hausmeisterwohnung aus, wo sie in einem Meter Tiefe zwei gut erhaltene Skelette fanden. Die Menschen starben während des 30 Jährigen Krieges - wahrscheinlich bei einer Belagerung, weswegen sie innerhalb der Schlossmauern begraben wurden. Ohne es zu wissen, ging der Hausmeister so zu sagen jahrelang über Leichen. dl.dropboxusercontent.com
Im kompletten ersten Obergeschoss ist die Decke mit Stuck versehen. Die Kunstwerke zeigen Helden und Geschichten der griechischen und römischen Mythologie, kunterbunt gemischt. Bereits seit 1722 verzieren sie die Decken des Vöhlinschloss. Der Hund schnuppert an einem Stein, in den das Entstehungsjahr eingeritzt ist. dl.dropboxusercontent.com
Quelle Foto oben: Werner Martin ........................................ Um das Gebäude der jeweiligen Nutzung anzupassen, kam es zu einigen Veränderungen. Beispielsweise gab es Mauerdurchbrüche, um die Zimmer zu verbinden. Ansonsten wären die einzelnen Räume nur durch einen großen Eingangsbereich im jeweiligen Stockwerk erreichbar. Auch einen Aufzug für die Gerichtsakten baute man ein. Heute nutzen ihn Catering-Unternehmen, um Getränke und Essen von unten nach oben zu bringen (und wieder zurück). dl.dropboxusercontent.com
Bis 2009 tagte in den Schlossräumen das Amtsgericht – eingezogen war es bereits 1803, zusammen mit dem Rentenamt, als das Schloss in bayerischen Staatsbesitz überging. Noch heute ähnelt im ersten Obergeschoss der Bacchus-Saal, einer der zwei Tagungsräume, einem Gerichtssaal. Die Erhöhung für das Richterpult ist schließlich weiterhin vorhanden. dl.dropboxusercontent.com
Wer an einem Seminar im Hochschulschloss teilnimmt, wandelt auf 350 Jahre alten Weichholzböden. Zeitweise war dieser Belag mit Parkett bedeckt. Da man die Dielen auf das Holz genagelt hatten, trug der Originalboden starke Beschädigungen davon: Daher wurden die Holzplatten einfach umgedreht. Bei der Pflege des Bodens passierte vor 15 Jahren ein Fauxpas. Statt das Holz zu wachsen, wurde es versiegelt. Seitdem trägt es vielfach nicht mehr den dunklen Braunton, sondern leuchtet eher in gelblicher Farbe. dl.dropboxusercontent.com
Ursprünglich befand sich im Dachboden der Speicher des Schlosses. Eine Seil- und Holzkonstruktion beförderte Waren über eine Höhe von circa 20 Meter durch eine Luke im Dach nach oben. Noch heute lässt sich das dazugehörige Drehkreuz bewegen. Es befindet sich im dritten Stock des Dachbodens und treibt den Balken zum Lastentransport im darunterliegenden Stockwerk an. dl.dropboxusercontent.com
V. l. n. r. Hans-Eberhard Schurk (HS Augsburg), Uta Feser (HS Neu-Ulm), Robert Schmidt (HS Kempten) und Thomas Mayer (Quelle: Stadtarchiv Illertissen) ...................................................... Ende des Jahres 2009 fand die offizielle Übergabe des Schlosses an die drei Hochschulen Neu-Ulm, Kempten und Augsburg statt. Den Schlüssel überreichte der Präsident des Neu-Ulmer Amtsgerichts Thomas Mayer an die drei Hochschulpräsidenten. dzwonsemrish7.cloudfront.net
Quelle: Werner Martin .................................... Direkt unter dem Wasserspeicher befindet sich die Turmglocke, weswegen man den Turm auch Glockenturm nennt. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Stadtarchiv Illertissen ........................................ Das hintere Schloss baute Erhard Vöhlin II zwischen 1526 und 1529. Damit dies möglich war, musste er den Hang ab circa Mitte des heutigen Innenhofes aufschütten. Auf dem höchsten Punkt der Anhöhe stand schließlich der ehemalige Wachturm, heutiger Glockenturm. Die beiden Postkarten zeigen den Innenhof des Schlosses Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Blumenbeet können Besucher noch heute einige der alten Pflastersteine sehen. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Stadtarchiv Illertissen ...................................................... Der Gebäudeteil, in dem heute die Seminare und Veranstaltungen stattfinden, nennt sich Hinteres Schloss. Nachdem Erhard Vöhlin II es 1529 fertiggestellt hatte, brannte es 1549 komplett nieder. Umgehend wurde es wieder aufgebaut, diesmal mit anschließendem Dienertrakt und Küchenräumen. Die Zeichnung ist das älteste Bild des Vöhlinschlosses. Es zeigt das Schloss nach dem Wiederaufbau 1549, aber noch vor dem Bau des Vorderen Schlosses 1585. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Werner Martin ...................................................... Im Erdgeschoss des Hinteren Schlosses liegen die Büroräume des Hochschulzentrums. Früher waren dort die Stallungen und Kutschen untergebracht. Im äußeren rechten Gebäudeteil befand sich die Schmiede. Heute ist dort ein Tagungsraum. dl.dropboxusercontent.com
Vom Eingangsbereich führt die Treppe in das erste Obergeschoss. In der Vergangenheit war dies anders: Zu Zeiten der Vöhlins erreichte man den ersten Stock über Stiegen außerhalb des Gebäudes. dl.dropboxusercontent.com
Die ursprüngliche Raumaufteilung mit großem Eingangsbereich, der Beletage, und vier davon abgehenden Zimmern ist bis heute erhalten geblieben. Damals befanden sich in den jetzigen Tagungsräumen Wohn- und Kaminzimmer. Wo früher eine Mauer die Beletage von den Räumlichkeiten der Dienerschaft trennte, sorgt heute eine Säule für die nötige Stabilität. dl.dropboxusercontent.com
Im zweiten Stock hatten die Vöhlins ihre Privaträume. Daher sind die Decken nicht mehr mit repräsentativem Stuck geschmückt, sondern mit wärmedämmenden Holzverkleidungen. Sie stammten aus dem 16. bis 17. Jahrhundert. In das vermutlich ehemalige Kinderzimmer soll eine Bibliothek Einzug erhalten. Daneben befindet sich ein Büro für Firmen-Neugründer. Die übrigen zwei Räume, Frauen- und Herrenzimmer, nutzen Hochschulen und Unternehmen für ihre Seminare. dl.dropboxusercontent.com
Quelle Foto oben: Stadtarchiv Illertissen Foto unten: Ulrich Wagner - Augsburger Allgemeine ................................ Im Vorderen Schloss liegt die Kapelle. Auf dem oberen Bild ist der Altar zu sehen. Die Deckenmalereien stammen aus dem Jahr 1751. Im 15. Jahrhundert soll die Kapelle und ihr Umbau für einen Spuk verantwortlich gewesen sein. Nach ihrem Tod trieb Gräfin Agnes von Kirchberg ihr Unwesen in ganz Illertissen. Nur ein kleiner Junge konnte ihren Geist sehen. Agnes führte ihn in die Kapelle zum Altar, wo vor dem Umbau eine Madonnen- figur stand. Nachdem die Figur zurückgeholt worden war, verschwand Agnes und ließ fortan die Illertissener in Frieden. dl.dropboxusercontent.com
Quelle Foto oben: Stadtarchiv Illertissen Foto unten: Ulrich Wagner - Augsburger Allgemeine ................................ An der gegenüber-liegenden Wand des Altars befindet sich eine lateinische Inschrift. Diese behandelt in wenigen Worten die Geschichte des Vöhlinschlosses. dl.dropboxusercontent.com
Quelle Foto oben: Stadtarchiv Illertissen Foto unten: Ulrich Wagner - Augsburger Allgemeine .................................... Im ersten Stock des Vorderen Schlosses, also über der Kapelle, können Besucher das Bienenmuseum besichtigen. Dieses Museum existiert seit 1983. Zu Zeiten Vöhlins waren in den Räumlichkeiten wahr- scheinlich weitere Familien-mitglieder untergebracht. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Stadtarchiv Illertissen ....................................................... Das Vordere Schloss, auf dem oberen Bild rechts vor dem Turm, wurde 1523 erbaut. Karl Vöhlin baute es 1595 um und brachte beispielsweise Stuckdecken im ersten Stock an. Sie sind noch heute erhalten. Dieses Bild zeigt das Vöhlinschloss im Jahr 1573. dl.dropboxusercontent.com
Quelle: Stadtarchiv Illertissen ...................................................... Im Französischen Anbau aus dem 18. Jahrhundert veranstaltet der „Freundeskreis Kultur im Schloss“ regelmäßig Konzerte, Kabarett und Lesungen unterschiedlicher Stilrichtungen. Für private sowie öffentliche Anlässe stehen die Vöhlinstube, das historische Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert und der Barocksaal zur Verfügung. Letzterer ist auf dem Foto zu sehen. dl.dropboxusercontent.com
In diesem Teil der Anlage sitzt die Bewährungshilfe des Landgerichts Memmingen. Auch die zwei Gerichtsvollzieher der Stadt Illertissen haben hier ihre Büros.
Idee und Umsetzung: Benedikt Imminger Verena Kölle Amelie Scherer Andrea Spiller ................................ Hochschule Neu-Ulm Journalismus SS 2014

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